Gesundheit braucht Politik
Parlamentarisches Frühstück des Müttergenesungswerks
Was kann Politik konkret tun, um die Gesundheit von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen zu stärken? Mit sieben klaren Forderungen gibt das Müttergenesungswerk (MGW) darauf präzise Antworten. Beim fraktionsübergreifenden Parlamentarischen Frühstück diskutierte das MGW Ende September mit Bundestagsabgeordneten über politische Handlungsmöglichkeiten für eine verlässliche Gesundheitsversorgung von Menschen, die Sorgearbeit leisten. Grundlage ist das Care-Manifest des Müttergenesungswerks, das im Rahmen der MGW-Kampagne „Mütter auf die Eins!“ bereits im Mai veröffentlicht wurde.
Die Kuratoriumsvorsitzende Katja Mast, Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatsekretärin, appelliert an ihre Kolleg*innen: „Mütter, Väter und pflegende Angehörige leisten jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft, sie geben ihr ganzes Herz. Umso wichtiger ist es, ihre Gesundheit und ihre Bedürfnisse politisch und gesellschaftlich stärker in den Blick zu nehmen. Als Parlamentarier*innen können wir gemeinsam daran arbeiten, gute und verlässliche Rahmenbedingungen für Sorgearbeit Leistende zu schaffen – langfristig, vorausschauend und nachhaltig. Mein Wunsch ist es, dass sich unser Handeln ganz konkret im Alltag von Müttern bemerkbar macht“.
Der Handlungsbedarf ist groß: Rund zwei Millionen Mütter in Deutschland haben einen Bedarf an einer stationären medizinischen Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme. Gleichzeitig stehen die Strukturen, die Sorgearbeit Leistende gesundheitlich unterstützen, unter zunehmendem Druck. Doch unbezahlte Sorgearbeit ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft und darf deshalb gesundheitspolitisch nicht als Nebensache behandelt werden. Das MGW fordert deshalb, diese dringend benötigten Unterstützungssysteme auch in Zeiten eines angespannten Bundeshaushaltes verlässlich zu sichern.
Die Haushaltslage ist angespannt, in vielen Bereichen braucht es ein Umdenken und mit verfügbaren öffentlichen Mitteln muss verantwortungsvoll umgegangen werden. Das ist auch dem MGW klar. „Aber gerade dann müssen wir genau hinschauen, wo Kürzungen weitreichende Folgen haben. Leistungen und Strukturen, die für das Funktionieren unserer Gesellschaft unverzichtbar sind, müssen Bestand haben“, betont MGW-Geschäftsführerin Rebekka Rupprecht. „Die Gesundheit Sorgearbeit Leistender darf nicht dem kurzfristigen Spardruck zum Opfer fallen. Wer heute notwendige Strukturen sichert und in Prävention investiert, kann gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgekosten von morgen vorbeugen.“
Über das Müttergenesungswerk:
Die Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk (MGW) wurde 1950 von Elly Heuss-Knapp, der Frau des ersten Bundespräsidenten, gegründet. Ziel der gemeinnützigen Stiftung ist die Gesundheit von Müttern und inzwischen auch von Vätern und pflegenden Angehörigen. Unter dem Dach des MGW arbeiten fünf Wohlfahrtsverbände bzw. deren Fachverband/Arbeitsgemeinschaft zusammen.