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Evangelische Frauen in Mitteldeutschland

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Zwischen Hass und rosa Weichzeichner

Kurz nach dem Internationalen Frauentag sprach Ruth Heß vom Studienzentrum der EKD für Genderfragen bei den Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland. 

In ihrem Online-Vortrag mit dem Titel „Zwischen Hass und rosa Weichzeichner“ beleuchtete sie Geschlechter-Autoritarismus, Anti-Gender-Narrative und deren Einfluss auf kirchliche, gesellschaftliche und politische Entwicklungen – darunter auch die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. 

Zahlreiche Frauen aus Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und darüber hinaus hörten zu. Der Abend bot präzise Analysen, klare Begriffe und einen differenzierten Blick auf rechtsextreme Strategien in der Geschlechterpolitik. 

Heß zeigte, dass Geschlechterfragen in der extremen Rechten historisch stets eine Rolle spielten. Neu sei jedoch die heutige offene Polemik gegen Gender. Diese arbeite mit gezielten Falschbehauptungen, um vermeintlich traditionelle Geschlechterordnungen zu verteidigen. Dahinter stehe die Vorstellung, Männer und Frauen hätten von Natur aus feste Rollen. Gleichzeitig versuche man, gesellschaftliche Debatten zu beeinflussen, etwa durch die Abwertung des Gender-Begriffs. So lassen sich progressive Positionen wie Frauenförderung, Gleichstellung oder Sexualpädagogik pauschal diskreditieren, ohne inhaltlich zu argumentieren. 

Heß verwies auf aktuelle Forschung, die zeigt, wie anschlussfähig Anti-Gender-Positionen sind. Sie sprechen religiöse, konservative, bürgerliche und rechtsextreme Milieus gleichermaßen an – oft durch emotionale Botschaften, einfache Narrative und scheinbar vernünftige Argumente. So entsteht ein symbolischer Klebstoff, der unterschiedliche Akteure verbindet. 

Die Referentin erklärte, welche Effekte solche Diskurse haben: 

  • Sie transportieren rechte Ideologien über Themen wie Familie, Erziehung und Identität. 
  • Sie schüren moralische Panik durch Angst, Wut oder Ekel. 
  • Sie tarnen rechtsextreme Positionen als „gesunden Menschenverstand“. 
  • Sie stärken religiös-konservative Autoritäten im privaten und kirchlichen Umfeld. 

 

Wie lässt sich damit umgehen? 

Heß riet, nicht nur inhaltlich zu widersprechen, sondern auch die Strategien dahinter offenzulegen. Es gelte, die Form und Wirkung solcher Argumentationen zu analysieren, populistische Kommunikationsmuster zu entlarven und Widersprüche sowie Doppelmoral sichtbar zu machen – besonders in digitalen Räumen.

www.gender-ekd.de/

 

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