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Frauenpolitik

Bericht vom Pilgerweg Go-for-gender-justice in Halle

2022_Pilgerweg Halle

25.07.2022

Vom 8. bis 10. Juli 2022 fand eine der ÖRK-Pilgeretappen in Halle an der Saale statt. Die Etappe stand unter der Überschrift "Geht´s noch?! Antifeminismus und Rechtspopulismus in Kirche und Gesellschaft". Am Freitagabend führt Lena Lehmann vom Miteinander e.V. in das weite Themenfeld ein. Der Samstag bildet das Herzstück des Pilgerweges. An neun Orten in der Stadt wurde Station gemacht, um vor Ort über Hoffnungsorte und Schmerzpunkte zu informieren und sich davon berühren zu lassen. Die erste Station war das Bauwagenprojekt der Kirchengemeinde Silberhöhe „Man sieht sich“. Im Schweigen durch einen normalerweise wenig beachteten Stadtteil zu gehen, verändert etwas bei denen, die gehen, wie auch bei denen, die dort leben. Es geht um Sehen und Gesehen-Werden.

Die „Wonderful woman wall war die zweite Station. Dorothee Land erzählt von der Gruppe junger Künstler*innen, die am Giebel eines Hauses Biografien von 48 Frauen aus unterschiedlichen Zeiten und mit verschiedenen thematischen Schwerpunkt sichtbar macht. Ein Leuchtturmprojekt, das auf Nachahmung wartet. Ein dritter Hoffnungsort, der zugleich auch Schmerzort ist, das Fachzentrum für geschlechtliche Vielfalt. Babett Jungblut und zwei Vertreter der Gruppe  „queer und glauben“ weiten den Blick für Entwicklungen und Notlagen im Themenfeld „Geschlechtliche Vielfalt“. Auf dem Marktplatz in Halle berichtet Almuth Schulz an der vierten Station von den „Omas gegen Rechts in Halle“ von vielfältigen Aktivitäten. An der fünften Station, am Gedenkstein für Frauen und Mädchen, die zu DDR-Zeiten in der ehemaligen Poliklinik Mitte auf einer Venerologischen Station massive Gewalt erfahren haben, berichtet Anne Kupke-Neithard vom Schicksal dieser Frauen und der Aufarbeitung der Geschichte. Die sechste Station war die erste geburtshilfliche Klinik in Deutschland, die auch Teil des Projektes „FrauenOrte – Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt“ ist. An der siebten Station, dem sogenannten „Roten Ochsen“, Haftanstalt und Gedenkstätte, führte Carola Ritter eindrücklich vor Augen, wie Haftbedingungen heute nur eingeschränkt an den Bedürfnissen von Frauen und Transpersonen – die nur 5% der Inhaftierten ausmachen – orientiert sind. An der achten Station im Diakoniewerk Halle, einem weiteren FrauenOrt, hören wir von der langen Geschichte diakonischen Engagements durch die Diakonissen und auch vom sich abzeichnenden Ende dieser Form tätiger Nächstenliebe. Neunte und letzte Station auf unserem Weg ist die „Weiberwirtschaft“, ein Frauenzentrum, das vom Dornrosa e.V. getragen wird. Elke Prinz berichtet uns von der wechselvollen Geschichte und aktuellen Herausforderungen. Der Tag wurde mit einem Politischen Nachtgebet beschlossen, wundervoll begleitet durch die Pianisten Almuth Schulz.

Den ausführlichen Bericht von Dorothee Land, Fotos und Film finden Sie unter www.go-for-gender-justice.de