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Theologie

Rückschau Fernstudium-Wochenende vom 21.-23. Januar 2022

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27.01.2022

Kirche geschlechterbewusst. Ein (tanz-)bewegtes Wochenende auf der Suche nach einer gerechten und emanzipatorischen Kirche: Persönliche Rückschau zum Fernstudiums-Wochenende vom 21.-23. Januar 2022

Bewegt startete dieses Fernstudiums-Wochenende mit der drängenden und herausfordernden Frage nach einer (geschlechter)gerechten Kirche. Durch die Professor*in Heike Walz, die einige Jahre in Buenos Aires zugebracht hat und Theologie durch interkulturelle und post-koloniale Perspektiven in Schwung bringt, geschah nicht nur diskursive Wissensvermittlung, sondern auch Teilhabe am „verkörperten Wissen“ des Tanzes.  Indem wir nicht bloß hörten, sondern auch durch Musik und Tanzimpressionen selbst in Resonanz versetzt wurden, kamen Körper, Geist und Sinne in Bewegung.

Der Vortrag war ein gelungener Auftakt für das Wochenende, zu dem, weit über den Kreis der Teilnehmenden des Fernstudiums hinaus, über 100 Interessierte aus ganz Deutschland zugeschaltet waren und sich anschließend rege am Austausch beteiligten. Heike Walz führte auch im digitalen Raum lebendig vor, dass Tanz in vielen Kulturen und Ritualen ein Medium in Grenzsituationen des Lebens war und ist. Getanzt wird laut Walz nicht allein als Ausdruck von Lebensfreude, sondern der Tanz dient auch der Lebensdeutung und Neuorientierung, letztlich der Bewältigung von Krisen, wie rituelle Tänze, Festtänze oder Trauertänze aufzeigen. [...]

Lässt sich dieses Potential des unfixierten Dritten emanzipatorisch für Praxis und Theorie von Kirche fruchtbar machen? Wie können wir kirchliche und gesellschaftliche Praxis in gerechter und menschenfreundlicher Weise verändern? Wie kann eine inklusive und gerechte Gemeinschaft entstehen? [...]

Am Samstag beschäftigte die Frage nach lebendigen Metaphern, die performativ neue Wirklichkeit schaffen und bereits durch Gebrauch die Gegenwart heilsam aufbrechen und gegenwärtiges Erleben verändern. Was, wenn gängige Metaphern wie „Leib Christi“ oder „Volk Gottes“ eingefroren oder „verbraucht“ sind, so dass sie keine kreativen Prozesse mehr in Gang bringen, oder sogar durch Machtmissbrauch verkehrt worden sind, so dass ihr Gebrauch andere verletzt? Dann brauche es neue Metaphern, die Bedeutungen wieder verflüssigen und wieder neue Verknüpfungen generieren. [...]

Trotz aller Widersprüche und noch unerfüllter Szenarien gerechter Kirche und Gesellschaft, auch trotz der Produktion wieder neuer binärer Kategorien und Ausschlüsse, endete das Wochenende also zuversichtlich. Ein persönliches Votum eine*r Teilnehmenden lautete darum: „Frau*en in alle Machtpositionen und Ämter“ zu bringen und zu fördern, aber auch sich selbst zur partizipativen Machtausübung zu ermächtigen. Dazu könne man durchaus vom Tanz als spielerischer Kraft lernen und auch die Lust am Wettbewerb, am Spiel und am Wechsel der Rollen proben.

Bericht: Nicole Breithaupt

Der ausführliche Bericht über das Wochenende findet sich unten als Anhang.

Zugehörige Dokumente:
docx-Icon des Dokumentes 2022_Theol_Fernstudium_Rückschau Modul Kirche NB (*.docx-Datei, 20 KB)