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Bilder und Berichte 2020

11.02.2020

Bericht Theologische Tage zum Fluiden Geschlecht

Berührungsklänge Auge rechts

Dass Fragen von Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung keineswegs einheitlich in der Bibel diskutiert werden, wurde am 15./16. Januar im Rahmen der Theologischen Tage der Universität Halle zum Thema „Fluides Geschlecht. Bibelwissenschaftliche Perspektiven auf Homosexualität, Transsexualität und Jungfrauenschaft“ deutlich. Zwei Vertreterinnen der EFiM nahmen an den Theologischen Tagen teil und begrüßen die kritische Auseinandersetzung, die durch das bibelwissenschaftliche Institut der theologischen Fakultät angestoßen wurde. Die Veranstaltung wurde mit dem Anspruch organisiert, die Debatten um biblische Perspektiven auf Homosexualität und Transsexualität zu versachlichen und sich den Bibelstellen in ihren Kontexten aus vielfältigen Perspektiven und mit Blick auf antike Vergleichstexte zu widmen.
In den Vorträgen und Workshops ausgewählter (Gast)-Referent*innen wurde deutlich, dass die Ableitung der Zweigeschlechtlichkeit sowie der Ehe als einziger legitimer Beziehungsform von Mann und Frau den biblischen Texten nicht gerecht wird. Bereits das Wort „adam“, mit dem die Menschheitsgeschichte im Buch Genesis beginnt, ist sehr vielschichtig und schillernd. Die propagierte Eindeutigkeit in Bezug auf geschlechtliche Identität und Lebensformen ist somit eher der Auslegungsgeschichte als den biblischen Zeugnissen geschuldet.

Als roter Faden zog sich folgendes Grundverständnis durch die Tagung: Geschlecht und Lebensformen sind fluide und dynamische Kategorien, die sich nicht festschreiben lassen, schon gar nicht mit der Bibel, die als Bibliothek mit vielfältigen Perspektiven zu lesen ist. Die verschiedenen Vorträge und Workshops verdeutlichten, wie wichtig es ist, die biblischen Texte in ihren Kontext zu setzen und die Pluralität der Texte als Bereicherung zu sehen, auf deren Basis sich gut in einen Dialog treten lässt.

Da leider noch allzu oft mit der Bibel gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften und Transsexualität argumentiert wird und damit Lebensentwürfe verurteilt und Menschen diskriminiert werden, braucht es Tagungen wie diese, die auf die Vielschichtigkeit der biblischen Bücher verweisen und sich wichtigen genderpolitischen Debatten in Theologie und Kirche stellen.

Das Tagungsprogramm, Aufzeichnungen der Vorträge und Pressestimmen finden Sie unter
www.theologie.uni-halle.de/theoltage/

Bericht: Dorit Lütgenau, EFiM

Bild: Mariana Lepadus, Berührungsklänge, Detail


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