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Wurzeln und Flügel

Frauenvollversammlung 2026 in Erfurt

Unter dem Titel „Wurzeln und Flügel – Was uns geprägt hat und was uns stärkt für die Zukunft“ stand die diesjährige Frauenvollversammlung der Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland (EFiM), die am 5. und 6. Juni im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) in Erfurt stattfand. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung standen Frauenbilder zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie deren Prägung durch gesellschaftliche, politische und kirchliche Rahmenbedingungen.

Den Auftakt bildete am Freitagabend ein Vortrag mit anschließendem Gespräch und Rundgang durch die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“. Kuratorin Clara Marz von der Bundesstiftung Aufarbeitung erläuterte, wie unterschiedliche Rollenbilder von Frauen in Ost- und Westdeutschland entstanden sind und bis heute nachwirken. Die Ausstellung, die seit Ende Mai im Landeskirchenamt zu sehen ist, beleuchtet hartnäckige Klischees und Zuschreibungen und lädt dazu ein, diese kritisch zu hinterfragen. Die fast 70 Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, auch eigene Erfahrungen einzubringen. Bettina Krause vom Beirat der EFiM betonte, dass Frauenbilder und Rollenverständnisse bis heute Einfluss darauf haben, wie Frauen ihr Leben gestalten. Eva Lange, Leitende Pfarrerin der EFiM, hob hervor, dass insbesondere die unterschiedlichen Erfahrungen in Ost- und Westdeutschland auch mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung weiterhin eine Rolle spielen. Claudia Rimestad, katholische Theologin und Mitarbeiterin im Bischöflichen Ordinariat im Bistum Erfurt betonte, die ökumenische Verbundenheit von Christ*innen in Mitteldeutschland. Besonders beeindruckend war das sehr persönliche Grußwort, das Oberkirchenrätin Petra Schwermann und Kirchenrätin Katharina Passolt im Dialog hielten. 

Am Samstag begann der Fachtag mit einem Morgengebet, das den gemeinsamen Rahmen für Austausch und Reflexion setzte. Im weiteren Verlauf sprach Christine Ziepert, Gemeindepädagogin und Lehr-Supervisorin aus Jena, über die Frage, was Menschen – insbesondere Frauen – in ihrer Identität prägt. Neben kurzen thematischen Impulsen gab es viel Raum für den Austausch. Die Teilnehmerinnen erprobten die Methode "Sprechen und Zuhören". Und so wurde deutlich, wie eng persönliche Lebensgeschichten mit gesellschaftlichen Erwartungen und tradierten Geschlechterrollen verwoben sind.

Die Frauenvollversammlung informierte über die Weiterarbeit der EFiM zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt sowie Informations- und Vernetzungsangebote rund um die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Frauen aus Erfurt stellten die vielfältigen Angebote vor, mit denen am ersten Juli-Wochenende gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt demonstriert werden soll. 

Zum Abschluss feierten die Frauen einen Gottesdienst mit Abendmahl. 

Die Frauenvollversammlung bestätigte einmal mehr ihre Bedeutung als zentrales Netzwerktreffen engagierter Frauen in der EKM. Sie stärkt die Vernetzung, fördert den Austausch und setzt Impulse für die zukünftige Arbeit in Kirche und Gesellschaft.

Die begleitende Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ ist noch bis Ende Juli im Landeskirchenamt in Erfurt zu sehen und bietet weiterhin Gelegenheit, sich mit den vielfältigen Lebensrealitäten von Frauen in Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen.

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