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Frauenpolitik

Wanderausstellung „Verfolgte – vertriebene – vergessene Frauen“

2021_Ausstellung Verfolgte – vertriebene – vergessene Frauen

22.06.2021

Im Rahmen der Umsetzung des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt hat der Dornrosa e.V. in Halle eine Wanderausstellung zu 92 im Nationalsozialismus verfolgten, vertriebenen und vergessenen Frauen erarbeitet. Die Erarbeitung erfolgte zusammen mit Jugendlichen der Saaleschule Halle, um deren demokratische Kompetenz, gesellschaftliche Handlungsvielfalt und bürgerschaftliches Engagement zu stärken. Die Ausstellung wurde am 19.7.2020 im Zentrum Weiberwirtschaft eröffnet und war anschließend an mehreren Orten in der EKM zu sehen. Derzeit ist sie in der Lutherstadt Eisleben und wird dort ab Mitte Juli im Kultursprudel gezeigt, bevor sie dann nach Erfurt wandert und vom 23.9 - 31.10.2021 im Landeskirchenamt der EKM zu sehen sein wird. Eine Ausstellungseröffnung ist für den 23.09.2021 unter Anwesenheit von Elke Prinz vom Dornrosa e.V. Halle und der Historikerin Dr. Ulrike Müller aus Weimar geplant.

Als Evangelische Frauen in Mitteldeutschland unterstützen wir dieses Projekt aus mehreren Gründen. Zum einen halten wir die Vermittlung und Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte gerade auch mit jüngeren Menschen für immens wichtig, zum anderen ist es auch unser Anliegen, Frauen sichtbar zu machen und auf deren Lebensleistung in allen Bereichen der Gesellschaft hinzuweisen, unabhängig von ihrer religiösen, kulturellen, ethnischen und sexuellen Herkunft.

Weitere Informationen und Videos zur Eröffnung der Ausstellung finden Sie unter https://www.dornrosa.de/verfolgte---vertriebene---vergessene-frauen

Zum Hintergrund:
Im November 1938 brannten Synagogen und andere jüdische Einrichtungen. Eine Personengruppe ist bisher bei der Aufarbeitung zu kurz gekommen – die Frauen.
Sie waren Jüdinnen, Antifaschistinnen oder kamen aus dem „feindlichen Ausland“ - und sie haben Bücher geschrieben oder Kunstwerke geschaffen. Weil diese Frauen und ihre Werke den NS-Machthabern gefährlich erschienen, wurden viele von ihnen verfemt und durch Berufsverbote in ihrer Arbeit behindert. Schließlich wurden auch ihre Bücher aus den Bibliotheken, Buchhandlungen und Antiquariaten beschlagnahmt und im Mai 1933 öffentlich verbrannt. Ebenso wurden ihre Werke aus Galerien und Kunstsammlungen entfernt, um ihre Namen aus dem Gedächtnis der Menschen zu löschen. Sie wurden verfolgt, ins Exil vertrieben und teilweise sogar umgebracht… Erst seit 1967 begann Deutschland endlich, sich auch an seine verfolgten, vertriebenen und ermordeten Autorinnen und Künstlerinnen zu erinnern.
 
Die Projektleiterin Elke Prinz erläutert den Prozess der Ausstellungsentstehung:
"Mit jungen Menschen gingen wir in Archiven, Museen und Gedenkstätten auf Spurensuche. Bei thematischen Rundgängen (in Berlin und Weimar), Workshops, Vorträgen und durch Medienarbeit erforschten die Jugendlichen die NS-Zeit und dabei insbesondere das Leben und das Schicksal betroffener Frauen, setzen sich zugleich aber auch mit den Mechanismen von Ausgrenzung, Faschismus und Verfolgung auseinander. Das erworbene Wissen und die gewonnenen (Er-) Kenntnisse werden sie befähigen, sich aktiv für Aufklärung, Toleranz, Demokratie, Freiheit, Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung, Antisemitismus, Diskriminierung in jeder Form sowie Unmenschlichkeit einzusetzen. Es wird für sie selbstverständlich sein, unterschiedliche kulturelle, sexuelle und religiöse Identitäten zu respektieren und zu akzeptieren. Durch die Vermittlung von Wissen, das Ermöglichen von Partizipation, das Erwerben und Stärken von Kompetenzen sowie durch das Leisten von Anerkennung fördern wir, dass junge Menschen zukünftig Demokratie aktiv mitgestalten, indem wir ihr zivilgesellschaftliches Engagement stärken. In Berlin machten wir auf den Spuren von bspw. Else Lasker-Schüler oder Mascha Kaléko Geschichte erlebbar.
In Weimar erfuhren wir etwas über Bauhauskünstlerinnen, wie Lucia Moholy-Nagy, Friedl Dicker, Otti Berger, Grete Stern oder Marguerite Friedländer. Wir erforschten das Schicksal von Literatinnen wie Milena Jesenská, Maria Leitner, Lili Grün, Gertrud Kolmar, Elise Richter, Rose Ausländer, Selma Meerbaum oder Hedwig Dohm."

Zugehörige Dokumente:
pdf-Icon des Dokumentes 2021_PM Ausstellung Vertriebene-verfolgte-vergessene Frauen (*.pdf-Datei, 148 KB)