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Mütter- und Familiengesundheit

Auch Pflegende brauchen Pflege

2021_MGW_Pflegende

10.05.2021

Am 12. Mai ist der internationale Tag der Pflege. Pflege betrifft uns alle, teilweise unmittelbar und persönlich. Vielleicht gibt es auch in Ihrer Familie einen zu pflegenden Angehörigen, um den Sie sich kümmern und ambulante Hilfe in Anspruch nehmen? Am Tag der Pflege möchten wir auf die Menschen aufmerksam machen, die täglich im Einsatz in der professionellen Pflege sind. Wir schließen uns den Forderungen der Wohlfahrtsverbände nach besserer Bezahlung unter besseren Arbeitsbedingungen, nach mehr Zeit für die psychologische Betreuung der zu Pflegenden und mehr Ausbildungsplätzen an. Wir möchten aber auch diejenigen nicht vergessen, die sich ehrenamtlich oder privat um Pflegende, um ihre Lieben, Verwandte, Freunde oder Nachbarn kümmern und von denen es viele auch in unserer Landeskirche gibt.

Ein Großteil der zu Pflegenden in der Bundesrepublik wird im privaten Sektor gepflegt, also von Familienangehörigen. Die Gesellschaft altert, ein Kollaps droht – auch in der privaten Pflege. Neben den Forderungen in der professionellen Pflege muss sich auch in diesem privaten Sektor Pflege verändern. Es geht um eine bessere Versorgung der zu Pflegenden über höhere Pflegeleistungen der Pflegeversicherung, Beratungsanspruch, Aufklärung und Transparenz über die Leistungen und den Anspruch auf präventive Vorsorgemaßnahmen für Pflegende, und eine gestärkte Infrastruktur für die privat Gepflegten, wenn die Angehörigen solch eine Vorsorgemaßnahme durchführen. Aus der Praxis unserer Landesgeschäftsstelle für Mütter- und Familiengesundheit wissen wir, dass das eines der häufigsten Probleme ist, warum pflegende Angehörige keine Maßnahmen für sich in Anspruch nehmen. Es stellen sich Fragen, wie: „Wohin mit dem zu Pflegenden, wenn ich zur Kur fahre?“, „Kann ich ihn/sie mitnehmen?“, „Kann ich mich auf die Kur einlassen, wenn er/sie mich begleitet?“

Die Diskrepanz zwischen der medizinischen Notwendigkeit und den vielen Fragen und Unsicherheiten sind groß und oft eine zu große Hürde, um gut für sich und den zu Pflegenden zu sorgen. Eigene Krankheitsbiografien und die gesundheitlichen Belastungen durch Pflege sind enorm und können zu Gesundheitsstörungen führen. Hier wäre es wünschenswert, dass die gesetzl. Voraussetzungen für Pflegende Angehörige den gesetzl. Voraussetzungen für Mutter/Vater-Kind gleichgestellt werden.

Diakonie Mitteldeutschland: Beitrag zum Thema pflegende Angehörige
Interview zum Thema Pflegende Angehörige im Lock-down

Du Gott der Fürsorge und Erneuerung,
Wir danken dir für die Menschen, die täglich mit Hingabe für andere da sind,
die beruflich, ehrenamtlich und privat andere stützen und dadurch deine Nähe bezeugen.
Stärke ihnen den Rücken und stelle ihnen Menschen zur Seite, die für sie da sind.
Lass uns gemeinsam für bessere Rechte und Strukturen in der Pflege eintreten
und lass auch uns sorgsam mit unseren Ressourcen umgehen.
Wir bitten dich um deinen Geist der Kraft und Erneuerung.
Amen


Zum Hintergrund:

Demographisch gesehen sind es oft die Frauen, die nach jahrelanger Erziehungsarbeit dann in die Sorgearbeit durch Pflege eines Familienangehörigen rutschen. Eine stationäre medizinische Vorsorgemaßnahme für pflegende Angehörige kann zur Verbesserung des Gesundheitszustandes führen, bietet Entlastung und Erholung, gibt Ihnen wieder neue Kraft, Motivation, Mut und ist orientierend, unterstützend und begleitend auf Ihrem weiteren Weg in der Pflegeverantwortung. Weitere Informationen hier.

Zugehörige Dokumente:
pdf-Icon des Dokumentes 2021_MGW_Flyer Pflegende Anghörige (*.pdf-Datei, 727 KB)