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Frauenpolitik

04.06.2020

Diakonie warnt vor Rolle rückwärts beim Frauenbild durch Corona-Pandemie

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Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie auf die Pressemitteilung der Diakonie Deutschlands vom 20. Mai 2020 hinweisen, in der die Diakonie vor einer Rolle rückwärts beim Frauenbild und der Geschlechtergerechtigkeit warnt. Die Corona-Pandemie verschärft aktuell die berufliche Ungleichheit zwischen berufstätigen Frauen und Männern, so auch das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Online-Befragung im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. In Haushalten mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren haben 27 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer ihre Arbeitszeit reduziert, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten. Bei Haushalten mit geringem oder mittlerem Einkommen fällt die Diskrepanz noch größer aus. Danach lastet die Corona-bedingte zusätzliche Betreuungs- und Erziehungsarbeit mehrheitlich auf den Frauen, auch reduzieren berufstätige Frauen weitaus häufiger als Männer ihre Arbeitszeit oder arbeiten spät abends oder früh morgens. Das befördert die bereits bestehende frauen- und gleichstellungspolitische Schieflage und schadet erheblich der Gesundheit von Frauen. Die Diakonie Deutschland spricht sich für eine deutliche Entlastung von erwerbstätigen Frauen und Männern aus, die Familie und Beruf im Home Office vereinbaren müssen. Dazu gehört die baldige Öffnung von Kitas und Schulen für alle und auch die Versorgung von zu pflegenden Angehörigen.

Um einen Rückfall in alte Rollenmuster zu verhindern, und um nicht weiter die Einkommens- und Vermögensunterschiede von Männern und Frauen anwachsen zu lassen, ist neben der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Aufwertung frauenspezifischer sozialer Berufe und eine gleichwertige Entlohnung unerlässlich. Dadurch werden verstärkt Anreize geschaffen, dass mehr als bisher familiäre Aufgaben partnerschaftlich zwischen den Müttern und Vätern geteilt werden. Hier könnten Teilzeitregelungen mit Lohnersatz eine Lösung sein. Die Corona-Krise hat mehr als deutlich gezeigt, dass die Politik bei ihren weiteren Entscheidungen familienpolitische und damit gleichstellungs- und frauenpolitische Belange stärker in den Blick nehmen muss. Aber auch Arbeitgeber müssen Rahmenbedingungen schaffen, die Eltern entlasten und Druck von ihnen nehmen, um somit eine partnerschaftliche Aufteilung der Sorgearbeit zu ermöglichen - nur so kann die Gesellschaft als Ganzes gewinnen.

Mehr Informationen:

Für Rückfragen und weitere Informationen steht Ihnen die Pressesprecherin der Diakonie Deutschland Kathrin Klinkusch gerne zur Verfügung:Tel: +49 30 65211-1780, Email: pressestelle@diakonie.de

Zugehörige Dokumente:
-Icon des Dokumentes 2020_PM_Diakonie_Frauenbild_Corona


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